
Seit dem 1. Liturgietag unserer Pfarrei, Ende Februar 2022, beschäftigen wir uns mit der Frage, wie wir in unseren liturgischen Feiern die drei wesentlichen Formen der Begegnung mit Gott erleben und als liturgische Dienste lebendig werden lassen können. Diese drei Formen sind das Wort Gottes, die Gemeinschaft der Glaubenden und das Brechen des Brotes. dafür tun können. Beim ersten Treffen war unser Leitthema die Eucharistiefeier. Beim zweiten vertieften wir die Gottesbegegnung im Brechen des Brotes und unterhielten uns über die Aufgabe der einzelnen liturgischen Dienste während der heiligen Tage der Kar- und Osterwoche. Seit 2024 gibt es in allen Gemeinden regelmäßige Wortgottesfeiern. Der Liturgietag war folglich dem Wort Gottes, der Sakramentalität des Wortes, der Gegenwart Gottes in seinem Wort, gewidmet. 2025 reflektierten wir Liturgie als Ausdruck gemeinsam gelebten Glaubens. Ausgehend von der Theologie des Wortes sind wir zur Theologie der Gemeinschaft gekommen.
Dieses Thema, die Gemeinschaft der Glaubenden, wollen wir heute vertiefen. Erinnert sei an den zentralen Satz: „Liturgie [ist] der Höhepunkt, dem das Tun der Kirche zustrebt, und zugleich die Quelle, aus der all ihre Kraft strömt.“ (SC 10)[1] steht in der Konstitution über die heilige Liturgie. Als katholische Menschen sind wir geprägt auf und gewöhnt an die Gottesbegegnung im Brechen des Brotes. Die Gottesbegegnung im Wort, in der Bibel, ist vielen von uns nicht so vertraut. Und die Erfahrung mit Wortgottesfeiern zeigt uns, die Begegnung mit Gott in der Gemeinschaft ist uns auch nicht so vertraut. Es ist als ob wir uns ein bisschen in unserer eigenen Kirche fremd fühlen, weil das Vertraute, was uns alle umhüllt und eint, anders ist. Wenn die Form sich verändert, fühlen wir uns befremdet. Hier können uns das Wort und die Gemeinschaft der Glauben helfen, unsere Heimat wieder neu zu entdecken und auch die Begegnung mit dem Auferstandenen im Brechen des Brotes tiefer zu erleben.
Ein grundlegendes Theologisches Kriterium der Gemeindebildung ist die gemeinsamen Berufung aller Christinnen und Christen, oder die geistgewirkte Communio. Das Wort Communio steckt sowohl in Kommunikation/Austausch als auch in Kommunion/Gemeinschaft. Es spricht also von Gemeinschaft, tiefer Verbundenheit sowie vom Weg, diese Gemeinschaft zu bilden. Wenn wir uns austauschen, aneinander teilhaben lassen, uns um Christus versammeln und einander von unseren Erfahrungen mit ihm erzählen, unseren gemeinsamen Glauben erfahren, bilden wir Gemeinschaft. Gemeinschaft braucht gemeinsame Grundlagen, lebendigen Austausch und ein grundsätzliches Wohlwollen. Diese Elemente finden wir alle in der Emmausgeschichte beispielhaft wieder. (Lk 24, 13 – 35)
Bevor wir uns dieser Bibelstelle zuwenden, eine Bemerkung vorweg: Gott und die Menschen, die gibt es nur im Doppelpack. „Nach seinem Ebenbild erschuf er sie“ (Gen 1,27), „Was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan (Mt 25,41),“ Denn wie der Leib einer ist, doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich es viele sind, einen einzigen Leib bilden: So ist es auch mit Christus.“ (1 Kor 12,12)
Die Gottesbeziehung und die Menschenbeziehung, die gehen parallel, bis in alle Ewigkeit. Es liegt nicht in unserer Hand, andere Menschen zu verändern. Aber es liegt in unserer Hand, was wir tun, um die Beziehung zu Gott und den Menschen zu gestalten. Manchmal, wenn wir uns mit einem Menschen sehr schwer tun, können wir uns nur darauf besinnen, dass auch in ihm oder ihr Christus wohnt. „Chistus in mir grüßt Christus in dir“, können wir leise zu uns selbst und dem Gegenüber sagen. Mit Christus in der Mitte öffnet sich wieder ein Weg, auch, wenn wir ihn noch nicht sehen.
Nun lassen Sie uns sehen, was die Emmausgeschichte mit der Gemeinschaft der Glaubenden zu tun hat.
(Die Emmausgeschichte wird gemeinsam erzählt und gedeutet.)
[1] SC — Sacrosanctum Concilium (SC), die , Vaticanum II,
