„Alles, was Odem hat, lobe den Herrn“ – ein Wochen­en­de vol­ler Musik in Zeitz

Grup­pen­bild im Hof der ehe­ma­li­gen Nudel­fa­brik (Foto: M. Elsner)

Am Nach­mit­tag des 6. März mach­ten sich über 90 Men­schen aus drei ver­schie­de­nen Pfar­rei­en auf in die ehe­ma­li­ge Nudel­fa­brik nach Zeitz. Das alte Fabrik­ge­bäu­de auf der neu­en Werk­stra­ße wur­de für das Wochen­en­de ein Ort vol­ler Töne, Musik und Begeg­nung für die Mit­sin­gen­den des Öku­me­ni­schen Cho­res Leip­zig. Unter der Lei­tung von Kan­to­rin Annet­te Son­ders­haus und Kan­tor Felix Flath fan­den sich alle nach einem aus­gie­bi­gen und vor­züg­li­chen Mit­bring­a­bend­brot zu einer Pro­be in einem der weit­läu­fi­gen Säle zusam­men. Ob aus der ev.-luth. Drei­fal­tig­keits­ge­mein­de, der Pfar­rei Hl. Maria Mag­da­le­na oder St. Boni­fa­ti­us, ob ein­an­der bekannt oder unbe­kannt, evan­ge­lisch oder katho­lisch – bunt saßen sie alle in ihrer jewei­li­gen Stimm­grup­pe zusam­men und erho­ben als­bald ihre Stim­men zum gemein­sa­men „Lob­ge­sang“. Die­se wun­der­ba­re Sym­pho­nie­kan­ta­te von Felix Men­dels­sohn-Bar­thol­dy, wel­che ein ers­tes Mal 1840 in Leip­zig erklang, soll­te uns das Wochen­en­de beschäf­ti­gen und es war glei­cher­ma­ßen der ers­te Höhe­punkt auf dem Weg zur gemein­sa­men Auf­füh­rung im Kon­zert am 26. Sep­tem­ber 2026 19:30 Uhr in St. Laurentius.

Viel Zeit zum Ken­nen­ler­nen des Stü­ckes gab es, als alle mehr oder weni­ger aus­ge­ruht am Sams­tag gut gefrüh­stückt in einen inten­si­ven Pro­ben­vor­mit­tag gestar­tet sind. Ob hoch oder tief, Frau­en – oder Män­ner­stim­men, in Regis­ter­pro­ben gab es viel Zeit um Neu­es zu erler­nen und Bekann­tes zu fes­ti­gen. Auch die Begeg­nung und das Bei­sam­men­sein kam nicht zu kurz zwi­schen und nach den Pro­ben. Beim Bil­li­ard oder Tisch­ki­cker, Tisch­ten­nis oder ein­fach im Hof die Son­nen­strah­len genie­ßend — der Ort bot viel Raum und Mög­lich­kei­ten und ein sehr span­nen­des Ambi­en­te, um das Wochen­en­de zu ver­brin­gen. Die Über­nach­tungs­zim­mer waren neben­an in der ehe­ma­li­gen Poly­kli­nik zu fin­den, wel­che sich direkt an das Gelän­de des Fabrik­ge­bäu­des anschloss und hat­ten eine ganz eige­ne Atmo­sphä­re. Wer woll­te, konn­te schließ­lich am Sams­tag­nach­mit­tag eine span­nen­de Füh­rung in der ehe­ma­li­gen Niko­lai­kir­che erle­ben, wel­che zur­zeit von Pri­vat­per­so­nen wie­der aus­ge­baut wird, um zu einem Ort der Kul­tur und Begeg­nung zu schaffen.

Beson­ders schön war es, dass wir die Gele­gen­heit hat­ten, am Sonn­tag­vor­mit­tag eine Wort­got­tes­fei­er im Dom zu Zeitz zu gestal­ten. Und so musi­zier­te der Chor auf einer der gro­ßen Empo­ren, auf denen schon Jahr­hun­der­te zuvor die Chö­re und Musi­ker um Hein­rich Schütz, dem gro­ßen Meis­ter des deutsch­spra­chi­gen Früh­ba­rocks, musi­zier­ten. Der wei­te Raum und die gro­ße Akus­tik der Kir­che waren ein Erleb­nis für die Mit­sin­gen­den und die mit­fei­ern­de zahl­reich erschie­ne­ne Gemein­de. Anschlie­ßend kamen alle noch­mal zu einer Pro­be zusam­men und nach einem vor­züg­li­chen gemein­sa­men Mit­tag­essen in der Nudel­fa­brik ging es für alle wie­der zurück ins nahe Leipzig.

Nun sind wir gespannt auf den Pro­ben­end­spurt, wel­cher nach den Som­mer­fe­ri­en beginnt. Bis dahin gibt es aber noch eini­ge ande­re Auf­ga­ben und Auf­trit­te, wel­che jeden Chor für sich vor Ort erwar­ten werden.

Leip­zig, den 17. März 2026

Felix Flath

Foto: Bern­hard Hildebrandt

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